Club der roten Bänder von Albert Espinosa i Puig

Hallo Claudia, nach gefühlten 100 Stunden Zahnbehandlung bin ich wieder da. Hier nun die versprochene Rezension über das Buch Club der roten Bänder von Albert Espinosa.

Albert Espinosa i Puig ist am 5. November 1973 in Barcelona, Spanien, geboren. Er ist zugleich Autor, Schauspieler, Filmregisseur und Journalist und lebt in Barcelona. Dort arbeitet er auch als Zeitungskolumnist bei El Periodico de Catalunya.

Mit vierzehn Jahren erkrankte er an Knochenkrebs und verbrachte die nächsten zehn Jahre fast durchweg in diversen Krankenhäusern. Im Laufe dieser Behandlungen verlor er ein Bein, einen Lungenflügel und einen Teil seiner Leber. Als er mit 24 Jahren endlich das Krankenhaus verlassen konnte, ließ er sich zum Industrieingenieur bei der ETSEIB, einem Teil der Universität Politecnica Catalunya, ausbilden.

Das Taschenbuch Club der roten Bänder, welches mir vorliegt, stammt aus dem Goldmann-Verlag (Taschenbuch), 9. Auflage Oktober 2015. Das Buch ist inhaltlich identisch mit der Ausgabe des Buches „Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt“ von Espinosa. Die spanische Originalausgabe erschien 2008 unter dem Titel „El mundo amarillo. Si crees en los suenos, ellos se crearan“ beim Verlag Grijalbo, Barcelona.

 Inhalt

Wer nun von dem Buch Club der roten Bänder eine Inhaltsangabe zu gleichnamigen Serie, die vom Sender VOX ausgestrahlt wurde, erwartet, wird sichtlich enttäuscht sein.

Bei dem Inhalt des Buches handelt es sich um Aneinanderreihungen von Lebensweisheiten, die speziell Albert Espinosa, geholfen haben, diese schwere Krebserkrankung zu überleben.

Er gibt seine Erfahrungen in erster Linie an Menschen weiter, die ebenfalls an einem Krebsleiden erkrankt sind. Anstatt zu resignieren, hat er den Kampf gegen den Krebs aufgenommen. Das macht er voller Humor und Optimismus. Zum Beispiel, als er erfuhr, dass sein Bein amputiert werden musste, veranstaltete er eine Abschiedsparty für das Bein.

Erwähnenswert im Buch Club der roten Bänder ist das Kapitel „Über die Gelben“. Espinosa schreibt dazu: „Es ist mir nämlich ein Anliegen, dass dir das Konzept der Gelben in Erinnerung bleibt, und wenn es das Einzige ist, was du aus diesem Buch mitnimmst.“ (S. 159). In erster Linie bezeichnet er diejenigen Menschen als Gelbe, deren Haut während einer Chemotherapie eine gelbliche Färbung annimmt. Im übertragenen Sinne definiert er Gelbe folgendermaßen: Gelbe sind für ihn ganz besondere Menschen. Sie stehen für ihn zwischen Freunden und Partnern. Man kann ihnen zufällig begegnen. Man empfindet ad hoc eine Art Seelenverwandtschaft zu ihnen. Man braucht nicht unbedingt ständigen Kontakt zu ihnen halten. Wichtig ist, dass diese eine Person einen selbst in der Weiterführung von Lebensfreude, von Glücklichsein und von Freundschaft prägt. (S. 172 ff.)

Fazit

Dieses Buch ist von Espinosa mit einer Leichtigkeit und Kraft geschrieben worden, die den Leser nur staunen lässt. Anstatt zu resignieren, nimmt er den Kampf gegen den Krebs mit unerschütterlichem Optimismus und vor allen Dingen mit viel Humor auf. Solch ein Mensch ist bewundernswert.

Schade ist nur, dass dieses Buch inhaltlich identisch mit Espinosas Buch „Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt“ ist, ohne dass es irgendwo erwähnt wurde, lediglich mit einem anderen Titel, einem anderen Vorwort, einem modifizierten Inhaltsverzeichnis und einem anderen Einband versehen.Ich möchte als Leserin nicht von Betrug sprechen, aber mit rechten Dingen ist das nicht zugegangen. Ob Herr Espinosa weiß, was man aus seinem Buch gemacht hat? Das ziehe ich hier doch in Zweifel. Meines Erachtens wollte man auf der Erfolgswelle der Serie Club der roten Bänder mitschwimmen, um kommerzielle Ziele zu erreichen. Im Klartext, um ordentlich damit Geld zu machen.

Nichtsdestoweniger ist diese Buch sehr interessant. Es macht einen nachdenklich, stellenweise ist es sehr traurig und manchmal sprüht es nur so von Lebensfreude. Aus diesem Grunde vergebe ich trotzdem fünf Punkte.

My Rating:
5,0 rating

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